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Schriftsachverständiger / Experte für Handschriften

  Schlussfolgerungen als Wahrscheinlichkeitsaussagen

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Handschriftanalyse

Die Hypothesen geleitete Interpretation der in der physikalisch-technischen und schriftvergleichenden Analyse erhobenen Untersuchungsbefunde stützt sich auf die Werthaltigkeit der ermittelten grafischen Befunde. Unterschiede zwischen den untersuchten Handschriften sprechen gegen Identität, wenn sie sich nicht erklären lassen (z.B. durch Schriftverstellung oder andere besondere äußere oder innere Entstehungsbedingungen).

Für den Nachweis der Urheberidentität müssen grafische Übereinstimmungen in werthaltigen Merkmalskonfigurationen vorliegen, die insgesamt vielgliedrig genug sind und in welchen die Einzelmerkmale eine hinreichend hohe Spezifität aufweisen.

Der sichere Nachweis kann nicht in jedem Fall geführt werden. Die Aussagemöglichkeiten hängen insbesondere von der Ergiebigkeit der fraglichen Schreibleistung (materielle Beschaffenheit, Umfang, grafische Komplexität und Eigenprägung) sowie der Repräsentativität des Vergleichsschriftmaterials (Vielfalt, zeitlicher Abstand, Schreibstil, Entstehungsweise spontan/provoziert) ab. Bisweilen führen Unzulänglichkeiten im Schriftmaterial zu Einschränkungen im Bedeutungsgehalt oder verhindern eine schlüssige Aussage gänzlich.

Art und Gewicht der erhobenen Befunde führen zu einer Schlussfolgerung, die als Wahrscheinlichkeitsaussage innerhalb einer definierten Bewertungsskala mitgeteilt wird. Neben einer neutralen Stufe ("mit indifferenter Wahrscheinlichkeit") werden mit zunehmender Aussagekraft fünf verbale, richtungsweisende Bewertungsstufen unterschieden. Anhand der Wahrscheinlichkeitsskala kann der jeweilige subjektive Sicherheitsgrad des Sachverständigen hinsichtlich der Zutreffenswahrscheinlichkeit von Entstehungshypothesen eingeordnet werden:

- mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
- mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit
- mit hoher Wahrscheinlichkeit
- mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
- mit leicht überwiegender Wahrscheinlichkeit
- mit indifferenter Wahrscheinlichkeit, Frage muss offen bleiben


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© E. Sadorf - www.schriftgutachten.de - Stand: 07.2015