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  Anforderungen an das Schriftmaterial

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Handschriftanalyse

Schriftvergleichende Untersuchungen stellen spezifische Anforderungen sowohl an das fragliche Ausgangsmaterial als auch an die entsprechenden Vergleichsschriftproben. Vergleichende Gegenüberstellungen können nur mit möglichst gleichartigen Schriftproben durchgeführt werden, wobei der (angebliche) Entstehungshintergrund der fraglichen Schreibleistung zu berücksichtigen ist.

Eine optimale Vergleichsbasis liegt dann vor, wenn das Schriftmaterial einen allgemeinen Einblick in das Schreibverhalten der Zielperson ermöglicht. Dies ist vor allem Schriftmaterial, das unbefangen entstanden ist, also außerhalb von Situationen, die im Zusammenhang mit der fraglichen Schrift stehen. Darüber hinaus sind Schriftproben bedeutsam, die möglichst dicht um den fraglichen Schriftentstehungszeitpunkt streuen.

PDF-Download:
Fundstellenverzeichnis für nicht im Sachzusammenhang entstandenes Vergleichsschriftmaterial

Entscheidend bei der Vorlage von Vergleichsschreibleistungen ist die Bestätigung deren Echtheit. Um dies zu erreichen, sollte das Schriftmaterial dem Vergleichsschreiber oder – falls dies nicht möglich ist – anderen kundigen Personen zur Anerkennung vorgelegt werden.

Soweit möglich, sollten ergänzend auch gezielt Schriftproben erhoben werden, die die vermuteten Rahmenbedingungen möglichst getreu nachbilden. Ist beispielsweise zu vermuten, dass die fragliche Schreibleistung in Verstellungsabsicht mit der linken, schreibungewohnten Hand angefertigt wurde, sind von der Vergleichsperson Schriftproben zu beschaffen, die diese ebenfalls mit der linken, schreibungewohnten Hand geschrieben hat. Weil derartige Vergleichsschriften verständlicherweise nicht immer zu erlangen sind, ist je nach Befundkonstellation mit Einschränkungen in der Aussagesicherheit zu rechnen.

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Merkblatt für die Beschaffung von Handschriftproben

Detaillierte Hinweise zur Beschaffung von geeigneten Schriftproben für vergleichende Handschriftuntersuchungen können beim Sachverständigen eingeholt werden.

Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung der Anforderungen, die bei der Beschaffung von untersuchungsrelevantem Schriftmaterial möglichst zu berücksichtigen sind:


Merkblatt für die Beschaffung von Handschriftproben 

1. Anforderungen an das fragliche Schriftmaterial

  • im Original einsenden
  • nicht beschädigen (durch Lochen, Falten, Heften, Aufkleben etc.)
  • nicht beschriften oder versehentlich als Schreibunterlage benutzen

2. Anforderungen an das Vergleichsschriftmaterial

2.1 Unbefangen entstandene Schreibleistungen    
      (= nicht im Sachzusammenhang entstandene Schriften)

  • gleiche Schriftart wie im fraglichen Material (D r u c k-, BLOCK-, Kurrentschrift, lateinisches oder deutsches Schriftsystem, Ziffern)
  • zeitnah, vor und nach dem fraglichen Material entstanden
  • möglichst im Original vorlegen und vom Vergleichsschreiber selbst anerkennen lassen

2.2 Provozierte Schriftproben

  • Der Probengeber darf die fraglichen Schreibleistungen nicht sehen
    (Text diktieren!).
  • Jede Probe sofort aus seinem Gesichtsfeld entfernen.
  • Zunächst ohne besondere Anweisungen Angaben zur Person schreiben lassen.
  • Für die weiteren Proben Tatschrifttreue herstellen durch ähnliche Schriftträger (vergleichbare Vordrucke besorgen oder behelfsmäßig herstellen; Formate, Zeilen- und Raumvorgaben beachten).
  • Ähnliches Schreibgerät vewenden. Ergänzend aber immer auch einige Schriftproben mit Kugelschreiber nehmen.
  • Zum Einschreiben etwa eine längere Passage eines Artikels aus der Zeitung nach Diktat in der fraglichen Schriftart schreiben lassen.
  • Anschließend die fraglichen Schreibleistungen nach Diktat im Wortlaut und in der fraglichen Schriftart schreiben lassen (keine Hinweise auf Zeichensetzung, Rechtschreibung, Absätze etc.).
  • Ausreichende Anzahl von Schriftproben fertigen lassen (20 - 30 Unterschriften auf Einzelzetteln, Texte je nach Länge 5 - 20mal, sehr lange Texte zumindest auszugsweise).
  • Soweit möglich, behauptete besondere Entstehungsbedingungen bei der Hälfte der Proben nachstellen (Schreiben im Stehen, an der Wand, auf den Knien, Schreiben mit der schreibungewohnten Hand etc.).
Bei Unterschriftsuntersuchungen sind zunächst immer unbefangen und provoziert entstandene Unterschriften des Namenseigners zu beschaffen.
Die Schriftproben anderer Vergleichsschreiber sollen im Wortlaut des fraglichen Namenszuges diktiert werden.

 


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© E. Sadorf - www.schriftgutachten.de - Stand: 07.2015